Klinische Ernährung

Ziel der klinischen Ernährung ist es, die optimale ernährungsmedizinische Versorgung eines Patienten zu gewährleisten, d.h. einer bestehenden oder drohenden Mangel- oder Fehlernährung des Patienten durch aktive Ernährungsintervention entgegen zu wirken.Neben der spontanen peroralen Nahrungsaufnahme - der Ernährung mit Normalkost - kommt eine perorale Zusatz- oder Kompletternährung mit bilanzierten Diäten (Trinknahrung) oder eine vollständige klinische Ernährung in Betracht. Die klinische Ernährung kann enteral über Sonden oder parenteral durchgeführt werden.

Zusatzernährung (ZE)

Zusatzernährung wird eingesetzt, um Defizite bei der Eiweiss- oder Ballaststoffzufuhr auszugleichen oder den erhöhten Energiebedarf zu decken. Sie werden in der Regel in Form von Trinknahrung zwischen den Mahlzeiten verabreicht. Neben den Trinknahrungen stehen die beiden Proteinsupplemente Fresubin Protein Powder und Abound zur Verfügung. Zur Energieanreicherung mit Maltodextrin kann Resource preload verwendet werden, dieses Produkt wird auch eingesetzt zur Reduktion von metabolischem Stress bei Operationen als präoperatives Carbo-Loading. Die genannten Produkte werden auf ärztliche Verordnung oder auf Empfehlung der Ernährungsberatung und nach Ausschluss der Kontraindikationen angewendet. Eine vollständige Liste aller Nahrungssupplemente können heruntergeladen werden.

Die Spital-Pharmazie stellt in Zusammenarbeit mit der Ernährungsberatung sowie der Arbeitsgruppe enterale und parenterale Ernährung des USB  Trinknahrungen in vielen Geschmacksrichtungen zur Verfügung.

Für Kinder gibt es ebenfalls ein breites Angebot an Trink- und Sondennahrungen, das in Absprache mit dem UKBB zusammengestellt werden.

Enterale Ernährung

Als eine erste Form der vollständigen klinischen Ernährung kommt die enterale Ernährung in Frage. Diese ist bei gegebener Voraussetzung der parenteralen Ernährung vorzuziehen. Die Vorteile der enteralen Sondenernährung sind a) physiologische Nährstoffaufnahme über Dünndarm, Pfortader und Leber b) direkte trophische Wirkung auf den Darm und die Darmflora c) geringe Rate schwerwiegender Komplikationen und d) geringere Kosten gegenüber der parenteralen Ernährung.

Die Spital-Pharmazie bietet verschiedene Nährlösungen mit unterschiedlichem Energiegehalt und unterschiedlichem Protein-, Kohlenhydrat-, Fett- und Ballaststoffgehalt an, auch für das UKBB. Die Produkte der Firma Nestlé werden neu in sogenannten Smartflex Behältern zur Verfügung stehen. 

Die Ernährungsberatung steht für die Beurteilung von Patienten und bei Fragen unter der Nummer 061 328 7746, intern 87746 zur Verfügung.

Totale Parenterale Ernährung

Die parenterale Ernährung (PE) erlaubt die kurz- bis langfristige Nahrungszufuhr unter Umgehung des Gastrointestinaltrakts. Sie ersetzt bzw. ergänzt bisweilen die enterale Ernährung. Die Zusammensetzung der parenteralen Ernährung, bestehend aus Makronährstoffen (Energiestoffe: Kohlenhydrate, Fette; Baustoffe: Eiweisse; Elektrolyte: Natrium, Kalium etc. und Wasser) und Mikronährstoffen (Spurenelemente, Vitamine) muss dem Bedarf zugrunde liegender Traumen oder Krankheiten angepasst sein.
Die Spital-Pharmazie stellt einerseits kommerziell erhältliche parenterale Ernährungslösungen in Beuteln mit unterschiedlichem Makro- und Mikronährstoffgehalt und verschiedenen Volumen zur Verfügung.

Andererseits offeriert die Spital-Pharmazie für spezielle Ernährungssituationen auch eine Herstellung von patienten-individualisierten Ernährungslösungen (z.B. für niereninsuffiziente Patienten und für die Pädiatrie).

Die Ausarbeitung neuer Rezepturen ist ebenfalls möglich, bedarf jedoch einer Vorbereitung zusammen mit dem verordnenden Arzt und kann je nach Komplexität der Formulierung und der Verfügbarkeit von Ausgangsmaterialen mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Herstellung steht Ihnen für Fragen jederzeit zur Verfügung (Tel. 061 328 7451, intern 87451).


Anwendungshinweise

Die parenteralen Ernährungsbeutel werden auf den Abteilungen zur Anwendung vorbereitet (siehe Bildfolge zur Zubereitung). Spurenelemente (Addaven), Vitamine (Soluvit / Vitalipid) sowie Insulin können den vorbereiteten Beuteln zugespritzt werden. Die Liste «physikalische Kompatibilität von Zusätzen zu parenteralen Ernährungslösungen» gibt Hinweise, in welchen Mengen die Ergänzungslösungen zugespritzt werden dürfen. Alle weiteren Arzneimittel dürfen auf keinen Fall direkt in den Ernährungsbeutel gegeben werden, da es nachweislich zu Inkompatibilitäten zwischen Arzneimittel und Ernährungslösung kommt und damit die Sicherheit des Patienten gefährdet.

Bei Fragen können Sie sich an den Dienstapotheker der Spital-Pharmazie wenden (Tel. 061 265 2913, intern 87913).