In der Schweiz nicht zugelassene Arzneimittel (NZA)

Gelegentlich erfordern medizinische Gründe den Einsatz von Arzneimittel die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Die Beschaffung solcher Arzneimittel ist an gewisse Voraussetzungen geknüpft und erfordert die Einhaltung gesetzlich vorgegebener administrativer Regeln. Die Arzneimittel können nur für einzelne Patienten oder nur in begrenzter Stückzahl für mehrere Patienten beschafft/importiert werden, wenn keine pharmako-therapeutisch zufrieden stellenden Alternativen zur Verfügung stehen oder eine Umstellung auf ein Schweizer Präparat nicht zumutbar ist.Die Spital-Pharmazie muss den Verbrauch dokumentieren und darüber Bericht erstatten. Der Einsatz gewisser Arzneimittel, die in der Schweiz nicht zugelassen und nicht in der Arzneimittelliste USB gelistet sind, müssen durch den behandelnden Arzt beantragt werden. Die Spital-Pharmazie unterstützt diesen Prozess.

Kategorien für NZA

Die Spital-Pharmazie unterscheidet aufgrund der Bestimmungen der Swissmedic zwischen drei verschiedene Gruppen von NZA:
  • Das Arzneimittel ist mit der Kennzeichnung «NZA» in der Arzneimittelliste gelistet und in der Spital-Pharmazie an Lager. Diese können mit dem gewohnten Bestellschein für Arzneimittel beziehungsweise über SRM in der Spital-Pharmazie geordert werden und benötigen kein spezielles Verfahren.
  • Arzneimittel, welche zwar nicht in der AML gelistet, jedoch  in einem Land mit vergleichbarem Zulassungsverfahren (EG-, EFTA-, EWR-Mitgliedstaaten, USA, Kanada, Japan, Australien) zugelassen sind, müssen mit dem Formular «Bestellung an die Spital-Pharmazie für: Nicht zugelassene Arzneimittel, welche nicht in der AML gelistet sind» bestellt werden. Die  Unterschrift des zuständigen leitenden Arztes ist Voraussetzung, damit die Spital-Pharmazie das Produkt im Drittland bestellen kann.
  • Arzneimittel, welche in keinem Land mit ähnlichem Zulassungsverfahren hergestellt werden, bedürfen einer Bewilligung der Swissmedic. Auch gentechnisch veränderte Stoffe, Immunologika, Radiologika sowie Betäubungsmittel sind immer bewilligungspflichtig.
  • Der Patient ist über die Anwendung zu informieren. Nach Abschluss der Therapie kann die Swissmedic einen kurzen zusammenfassenden Bericht anfordern.

Wichtig

Die Beschaffung von Arzneimitteln im Ausland ist vielfach mit einem erhöhten Zeitbedarf verbunden und kann leicht durch äussere Umstände verzögert werden (z.B. Zoll).In sehr dringenden Fällen ist die Spital-Pharmazie zu kontaktieren (Dienstpharmazeut Klinikbetreuung Tel. 061 265 2913, intern 87913).